Mann mit Hut wird vermisst

Er ist ein echter Holzkopf, trägt einen Hut, ein verschmitztes Lächeln und früher zierte auch eine rote Feder seine Hutkrempe. Jetzt ist er spurlos verschwunden. Wer hat ihn gesehen?

Gesucht wird die Holzskulptur von Volker Schulz aus Flieht, die einen der sagenhaften Rastplätze des Uckermärkischen Mythengarten an einem verwunschenen Feldweg zwischen Hohenwalde und Neu Temmen zierte. Sie stellt einen Jäger dar, bzw. einen, der sich als solcher ausgegeben haben soll. An dieser Ecke hat er laut einer alten Legende auf den Schäfer gelauert, der hier jeden Tag seine Herde vorbei führte. Mehr über die Geschichte kann man an noch immer Ort und Stelle nachlesen.

falscher Jäger mit Hut, 2008, Holz, eine Arbeit von Volker Schulz aus Flieth

Die Skulptur hat an diesem wunderschön gelegenen Platz bis vor kurzem gestanden, seit genau zehn Jahren als der Platz 2008 mit Kräften der Mitglieder des Vereins Uckermärkischer Mythengarten eV. ( jetzt KulturLINIEN e.V.) im Ehrenamt geschaffen worden war.

Entwurfszeichnungen hatte Johanna Martin zur Verfügung gestellt. Brigitte Martin schuf die Informationsstele mit Mosaiken mit einer Edelstahltafel. Volker Schulz schnitzte den Kopf des Jägers, der nun vermisst wird. Der Forstbetrieb gestattete die Errichtung des Platzes an der Ecke, die zu DDR-Zeiten als Müllplatz benutzt worden war. Die Entsorgung des von Brombeeren überwucherten Mülls bewerkstelligte der Verein ebenfalls, unter anderem mit Hilfe von Ortsansässigen.

Es schmerzt schon ganz schön, wenn eine solche gemeinschaftliche Arbeit einfach sang und klanglos verschwindet. Der Verlust der Skulptur war einem Wanderer aufgefallen, der immer wieder gerne in diese Gegend kommt, um sich zu erholen. Der Platz war sehr gut angenommen worden und hat zur Bereicherung der touristischen Infrastruktur der Region beigetragen.

2018

Manche vom Verein geschaffene Plätze werden von den Menschen immer wieder besucht. An einem anderen Platz bei Berkenlatten hat sich zum Beispiel ein Brautpaar fotografieren lassen. Die Orte sind Kleinode am Wegesrand und nicht umsonst auch Beiträgen des rbb gewürdigt worden.

Als der Uckermärkische Mythengarten e.V. im Jahr 2004 mit seiner Arbeit begann, gab es kaum Aufmerksamkeit für den lokalen Sagenschatz. Das hat sich grundlegend geändert. inzwischen sind viele Menschen auf dieses Kulturgut aufmerksam geworden und es gehört wieder zum allgemeinen Gedächtnis. Mit der Pflege der Plätze ist es anders. Die möchte keiner Verallgemeinern. Die Gemeinden fühlen sich nicht dafür zuständig und übernehmen die Pflege seit Jahren nicht. Dabei müsste es doch eigentlich, so meint man, in ihrem Interesse liegen, dass die Gegend attraktiver für Touristen ausgestattet wird.

2008

Wanderer möchten auf ihren Wegen nicht nur die Natur genießen, sondern wissen es auch zu schätzen wenn sie am Wegesrand etwas über die Kultur und die Geschichte der Region erfahren können. Auf den Rastplätzen kann man innehalten und Ruhe finden.

Der Dieb hat nicht nur den Kopf selbst, sondern auch gleich den roten Sockelstamm mitgenommen.

Wahrscheinlich hat ihm die Arbeit besonders gut gefallen. Auf diese Art der Wertschätzung wollen die Mythengärtner von damals gerne verzichten und bitten um Mithilfe.

Bitte halten Sie Auschau nach dem Holzkopf und informieren Sie uns, wenn die Skulptur irgendwo auftaucht ,bzw wieder an einem anderen Ort aufgestellt wird. Infos bitte an post@kulturlinien.de